Denklingen. Es war ein düsteres Bild, das die Sendung „ARD exclusiv“ zum Thema Automobilindustrie und Finanzkrise zeichnete: geschlossene Autofabriken, insolvente Händler, verunsicherte Käufer. Um so erfrischender die selbstbewusste Aussage einiger Mitarbeiter der Hirschvogel Umformtechnik GmbH im oberbayerischen Denklingen: „So weit sind wir noch lange nicht, dass hier Mitarbeiter entlassen werden müssen,“ gab ein Facharbeiter in der Produktion zu Protokoll, und sein Kollege ergänzte: „Hirschvogel steckt die sogenannte Krise locker weg.“ Zuvor hatte das ARD-Team bereits Dr. Manfred Hirschvogel, den Vorsitzenden der Geschäftsführung, zur aktuellen Lage des Unternehmens befragt. Er verwies auf das vorausschauende Konzept der Freizeitkonten, auf dem die Mitarbeiter bis zu 100 Stunden angehäuft haben, die bei Auftragsrückgängen wie dem derzeitigen abgebaut werden. „Unsere Kunden BMW und Daimler haben für dieses Jahr ca. 30.000 bis 40.000 Fahrzeuge aus der Produktion genommen,“ so der Firmenchef. Der Rückgang an Abrufen beläuft sich nach seiner Einschätzung auf 10 bis 15 Prozent. Die Hirschvogel Automotive Group hat in diesem Jahr bis dato ein Umsatzplus von ca. 5 % erreicht. „Wir rechnen aber durch die genannten Faktoren mit einer Kompensation dieses Zuwachses und werden daher nach meiner Einschätzung in diesem Jahr ungefähr den gleichen Umsatz wie 2007 erzielen,“ so Dr. Manfred Hirschvogel weiter. Nicht ganz in das düstere ARD-Szenario passen die Investitionspläne der Hirschvogel Umformtechnik GmbH: Der Bau einer neuen Halle im Werk in Schongau hat bereits im Sommer begonnen, in Denklingen wird spätestens im nächsten Frühjahr erweitert. Dank einer ebenfalls weitsichtigen Finanzplanung stehen diese Projekte zur weiteren Effizienzsteigerung auf einem sicheren Fundament. Die Sendung „Nichts ist unmöglich – Die Automobilindustrie und die Finanzkrise“ wird am 18.10. um 15:30 Uhr auf EinsExtra wiederholt. Bildunterschriften: Bildunterschriften: hirschvogel-ARD-171008.jpg: Investitionen trotz düsterem Szenario: Ein ARD-Fernsehteam filmte bei Hirschvogel in Denklingen das Areal, an dem spätestens im kommenden Frühjahr eine neue Produktionshalle entsteht. hirschvogel-ARD02-171008.jpg Dr. Manfred Hirschvogel, Vorsitzender der Geschäftsführung, schilderte in der Reportage „ARD exclusiv“ die wirtschaftliche Situation der Hirschvogel Umformtechnik GmbH. Dem Auftragsrückgang wird hier mit dem Abbau von Freizeitkonten begegnet. Bilder: PrivatDie Hirschvogel Automotive Group Die Hirschvogel Automotive Group zählt zu den erfolgreichsten Herstellern von massivumgeformten Bauteilen aus Stahl und Aluminium. Nahezu 3.000 Mitarbeiter stellen in sechs Werken weltweit Umformteile und Komponenten für die Automobilindustrie und ihre Systemlieferanten her. Der konsolidierte Jahresumsatz 2007 lag bei 525 Mio. Euro bei einem Ausstoß von 210.000 Tonnen Umformteilen. Das Hauptwerk der Hirschvogel Automotive Group, die Hirschvogel Umformtechnik GmbH in Denklingen, fertigt mit rund 1.700 Mitarbeitern jährlich etwa 160.000 Tonnen Schmiede- und Fließpressteile aus Stahl. In Deutschland gibt es drei Tochterwerke: in Marksuhl bei Eisenach die Hirschvogel Aluminium GmbH, die anspruchsvolle Fahrwerkskomponenten aus hochwertigen Aluminium-Werkstoffen herstellt. In Marksuhl produziert auch eine weitere Stahlschmiede, die Hirschvogel Eisenach GmbH. In Schongau verarbeitet die Hirschvogel Komponenten GmbH mit nahezu 600 Mitarbeitern die Stahl- und Aluminium-Umformteile zu einbaufertigen Komponenten. Daneben ist die Gruppe in den USA aktiv: In Columbus/Ohio fertigt die Hirschvogel Incorporated Warm- und Kaltfließpressteile sowie einbaufertige Komponenten für den amerikanischen Markt. Vor drei Jahren wurde in Pinghu in der Nähe von Shanghai die Hirschvogel Automotive Components gegründet: Hier werden neben Umformteilen Fertigteile für die chinesische Automobilindustrie hergestellt. Darüber hinaus hält die Hirschvogel Umformtechnik GmbH eine Beteiligung von 49 % an dem brasilianischen Umformtechnik-Unternehmen MAHLE HIRSCHVOGEL FORJAS S.A., um das Hirschvogel-Know-how für den südamerikanischen Markt einzusetzen. |